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7. August 2020

Einfach und aussagekräftig

Coach Kurt Müller hat meine Leistung auf dem Rad mit dem Power Performance Decoder Test (PPD) von INSCYD analysiert: Ich musste bloss ein Training auf meinem eigenen Tri-Rad gemäss seinen Vorgaben durchführen, anschliessend haben wir die Ergebnisse der Analyse gemeinsam besprochen.

Kurt Müller selbst finishte eine dreistellige Zahl von Ironman-Wettkämpfen, bevor er als Gründer und Chef des Teams Koach, dem auch ich angehöre, die Rolle vom Aktivsportler zum Coach gewechselt hat. Unter anderem im Rahmen des Nachdiplomstudiums Sportmanagement sowie mit ständigen Weiterbildungen hat er seine praktische Erfahrung mit passendem theoretischem Wissen ergänzt. Nach der Analyse meiner Testresultate bespricht er sie mit mir, denn die Folgerungen hängen mit meinen Zielen zusammen.

Ursprünglich bin ich über die historische Forschungsarbeit zur Sportphysiologie gekommen: Ich analysierte die Mobilität der Unterschicht in der Zürcher Herrschaft des 18. Jahrhunderts und stellte dabei unter anderem fest, dass Menschen mit oft negativer Kalorienbilanz ihren Körper weder muskulär noch konditionell aufbauen können. Spannend ist, dass Kurt Müller bei der Beratung heutiger Triathletinnen und Triathleten genau hier ansetzt, denn auch bei gut genährten Menschen kann in bestimmten Situationen ein Kaloriendefizit bestehen: Je nach Art des Trainings unterscheiden sich die Anforderungen an die Ernährung.

Der Test ist einfach und clever: Lockeres Einfahren, 20 Sekunden Vollgas, locker weiterfahren, 3 Minuten Vollgas, regenerieren, 6 Minuten Vollgas, regenerieren, 10 Minuten Vollgas, ausfahren. Da die maximale Belastungszeit am Stück so kurz ist, lässt sich der Test gut in den Trainingsablauf einbauen. Vorher ist zwar Regeneration angesagt, anschliessend besteht hingegen kein besonderer Erholungsbedarf. Zudem erspart der Test im Vergleich zum Labor Anfahrts- und Wartezeiten - und er findet auf dem eigenen Rad statt, in derselben Position wie im Wettkampf. Es handelt sich um eine durchdachte Kombination von Theorie und Praxis.

Der Test analysiert Fett- und Kohlehydratverbrauch in Abhängigkeit von der Wattleistung, definiert die Laktatschwelle, die Anaerobe Schwelle und den maximalen Sauerstoffverbrauch. Die Kenntnis dieser Werte erlaubt eine gezielte Trainingsstrategie abhängig von den individuellen Zielen. Besonders wichtig ist die Kenntnis des regenerativen Bereich, denn dessen gezielte Förderung erhöht den Leistungsbereich, der regenerativ wirkt. Dadurch, dass sich der Test nahtlos ins Training einbauen lässt, kann er öfters wiederholt werden.

Es lohnt sich, den Trainingsaufbau gerade auch im aktuellen "Corona-Jahr" zu periodisieren, das nicht ganz einfach ist, da die Reize der Wettkämpfe fehlen. Vielleicht findet ja der Ironman 70.3 Rapperswil tatsächlich statt - und wenn nicht, hat seine Planung bei der Periodisierung des Trainings zumindest geholfen.

www.kmsportcoaching.ch

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